Deutsch-chilenisches Kooperationsnetzwerk für nachhaltige und modulare Wohnungsbau-Systeme

Chile ist eine der offensten Volkswirtschaften weltweit und ein Trendsetter in Süd- bzw. Lateinamerika.

Ein Marktsegment, das immer mehr an Bedeutung gewinnt und einer starken Exportorientierung folgt, ist der Bausektor.

Das chilenische Baugewerbe erlebt gerade eine Phase der Erholung, mit prognostizierten Zuwachsraten von 1 bis 3 Prozent für das Jahr 2018. Trendthemen sind hierbei unter anderem Fertigbauten inkl. Modulbau sowie die Verwendung von Biomaterialien, roboterunterstützten Anlagen und intelligenter Planungssoftware.

In der Hafenstadt Valparaíso entsteht derzeit das erste und höchste Holzgebäude Lateinamerikas mit sechs Stockwerken. Intelligente Sensoren messen Feuchtigkeit, Temperatur, Luftbewegung und Lichtpegel sowie das Verhalten bei seismischer Aktivität im erdbebengeplagten Andenland.

Insbesondere der Wohnungsbau legt stetig zu und bietet strategisches Potenzial für diverse Akteure. Die jährlichen Investitionen umfassen ca. 12 Mrd. US-Dollar. Der nationale Investitionsplan 2014-2023 sieht eine Gesamtsumme von 78 Mrd. US-Dollar allein für den Wohnungsbau vor. Hierbei konzentrieren sich 70% aller Immobilien-Investitionen vor allem auf die Metropolregion.

Internationales Kooperationsnetzwerk

Ziel des CONSTRUCtable Netzwerkes ist die Zusammenarbeit deutscher und chilenischer Partner und Experten zu den Themen Modulbau, Wohnungsbau und Holzbau – bestenfalls in Verbindung aller drei Teilbereiche. Hierbei werden bestehende Netzwerke und Initiativen im chilenischen Zielmarkt integriert und strategische Partnerschaften mit diesen aufgebaut.

Zudem soll die Zusammenarbeit von Unternehmen und Forschungseinrichtungen gestärkt sowie ein Ausbau des Technologietransfers gefördert werden. Der geografische Fokus liegt hierbei vor allem auf dem Zielmarkt Chile. Jedoch ist zudem die Realisierung von Multiplikationseffekten innerhalb der Region Lateinamerika bzw. des Integrationsraumes Pazifik Allianz geplant.

Chile überzeugt seit Langem als stabiles und fortschrittliches Land in Lateinamerika. Das Land glänzt vor allem durch eine starke Exportorientierung, Erfahrungen im Tourismus, ein ausführliches, internationales Engagement für die Umwelt, eine weltweite Vernetzung – sowohl ideell als auch materiell – eine hohe Transparenz und geringe Korruption in internationalen Rankings und schließlich eine vorbildliche Wettbewerbsstärke innerhalb der Region.

Der Anteil der Bauwirtschaft am BIP lag 2016 bei 6,6% und der Anteil der Beschäftigen bei 8,7%. Von den etwa 8.000 Firmen im chilenischen Bausektor sind ungefähr 70% klein- und mittelständisch und ca. 6% Großbetriebe.

Die staatliche Wirtschaftsförderagentur CORFO entwickelt kontinuierlich Strategieprogramme zur Wachstumsförderung für den Sektor. Die Initiative Construye2025 zielt darauf ab, eine produktivere Industrie zu schaffen, indem bis 2030 die Produktionskosten um 20% und die CO2-Emissionen um 30% gesenkt werden. Die Anzahl nachhaltig gebauter Gebäude soll um 20% steigen.

Ein weiteres Ziel ist es, bis 2025 eine jährliche Erhöhung der privaten Forschungs- und Entwicklungsinvestitionen um 20% und eine Zunahme der Innovationsrate in den Unternehmen um 50% zu erreichen. Mit all diesen Fortschritten beabsichtigt die Regierung, den Wert der Exporte von Holzprodukten für den Bau bis 2025 um 30% zu steigern und den Export von Design-, Ingenieurs- und Beratungsdienstleistungen zu verdreifachen.

 

Zentrale Themen und Schwerpunkte der Netzwerkzusammenarbeit sind:

Das Netzwerk CONSTRUCtable startet seine Tätigkeiten in der zweiten Jahreshälfte 2018 und plant eine erste Laufzeit von drei Jahren zur Etablierung am chilenischen Markt.

Bei Interesse am Netzwerk, einer eventuellen Teilnahme an den Aktivitäten oder Kontaktwünschen in Chile wenden Sie sich bitte an das Projektteam unter constructable@ibdc-group.com